Aktuelles
in unserer Schule
aus dem staatlich anerkannten Erholungsort Rietberg
Anerkennung für Grundschule und Musikschule
"Hochzeitstraum" ausgezeichnet
Rietberg-Westerwiehe. "Kinder zum Olymp" - der bundesweite
Wettbewerb der Kulturstiftung der Länder in Kooperation mit der
Deutsche-Bank-Stiftung hatte jetzt ein positives Nachspiel für die
Grundschule Westerwiehe. Vor wenigen Tagen erhielt die Ein-
richtung eine von Bundespräsident Horst Köhler unterzeichnete
Ehrenurkunde. Köhler war Schirmherr auch der fünften Auflage
des anspruchsvollen Wettbewerbs, in dem die Mädchen und
Jungen der Jahrgangsstufen eins bis vier unter 800 Teilnehmern die
Endrunde erreichen konnten.
Die Jury würdigte mit der Verleihung das im vergangenen Jahr zur
Landesgartenschau durchgeführte Projekt "Der westfälische
Hochzeitstraum". Als Projektpartner fungierten die Katholische
Grundschule des Kükendorfs und die Mastholter Musikschule von
Udo und Hannelore Schreiber, die auch Musik und Lbretto für die
aufwändige Aufführung inszeniert hatten. Die musikalische und
tänzerisch dokumentierte historische westfälische Hochzeit fand
großen Zuspruch. Schulleiterin Inga Tanger durfte sich jetzt mit
dem Ehepaar Schreiber über die Anerkennungsurkunde freuen. Die
Jury würdigte damit das Bemühen, Kinder an Kultur heranzuführen
und ihr Bewusstsein für die musikalische Erlebniswelt in
Verbindung mit Heimatgeschichte zu wecken.
16.07.2009 in "DieGlocke"
Die Ehrenurkunde erhileten (v.l.) Udo und Hannelore Schreiber (Musikschule)
sowie Schulleiterin Inga Tanger (Grundschule)
Reich beschenkt zurück zu den Kindern in Omaruru
Zacharias Domingo, Lehrer aus dem Armenviertel, nimmt nur gute Erfahrungen mit in die Heimat
Rietberger Anzeiger 25.06.2009
Mastholte (pkb). Die Zeit vergeht wie im Flug - mit dieser Erkenntnis können sich in
diesen Tagen Zacharias Domingo aus Namibia und das Mastholter Ehepaar Hannelore
und Udo Schreiber trösten. Drei Monate weilte der 36-jährige Lehrer aus dem
Armenviertel der 10.000-Einwohner-Stadt Omaruru in Rietberg, am 7. Juli steigt der
Flieger ab Frankfurt gen Himmel. Domingo fliegt nach Windhoek, zurück in die Heimat,
zurück zu "seinen" Jungen und Mädchen der Ubasen Primary School. Rund 620 Kinder
und Jugendliche warten schon sehnsüchtig, sind neugierig auf das, was ihr Pauker im
fernen Deutschland erlebt hat. Und das ist eine Menge.

"Ich muss hierbleiben", sagt Zacharias im Gespräch mit dem RSA mit strahlenden Augen
und in deutscher Sprache, um dann festzustellen, "nein, ich muss zurück in meine Heimat,
zu den Kindern, ihnen helfen, dass sie für das Leben besser lernen können." Wenn die
Ubasen-Schülerschar so fleißig ist wie ihr Lehrer, dann werden sie es schaffen, das
Armenviertel zu verlassen. Wie der sprichwörtliche Schwamm hat Domingo aufgesogen,
was für ihn wichtig ist. Täglich ohne Unterlass und ohne jede Ermüdungserscheinung
widmete er sich seiner musikalischen Ausbildung, dem Erlernen von Akkordeon,
Blockflöte, Gitarre und Keyboard. Dazu paukte er im Privatunterricht dank
Unterstützung des Goethe-Institutes die deutsche Sprache, so intensiv und so gut, dass er
sich mittlerweile ganz prima mit anderen Menschen verständigen kann.
In der Martinschule erfuhr er alles, um künftig in Omaruru mit einem großen Schulgarten
ansatzweise für eine Selbstversorgung arbeiten zu können, Projekte am Einstein-
Gymnasium in Rheda- Projektarbeit auch an der Rietberg-Verler Förderschule, dazu
Unterricht als Musiklehrer in den Anfängergruppen der Musikschule Schreiber, ein
Benefizkonzert in der Kirche in Nodhorn und, und, und.
In der wenigen sogenannten Freizeit sammelte der Schwarzafrikaner so manche Ein-
drücke in und über Deutschland. Zoobesuche, Schützenfest, Konzerte, Touren in die
großen Städte wie beispielsweise nach Köln, das Neandertal-Museum, gar Ruheminuten
in einem Dampfbad, die Besichtigung der Flötenbaufirma Moeck in Celle und vieles mehr
kennzeichneten seinen Aufenthalt. Und Begegnungen. Überall wurde er freundlich
aufgenommen, rassistische Angriffe, Pöbeleien, sie blieben ihm erspart. "Zu Glück", wie
Hannelore Schreiber feststellt. "Aber er ist auch ein positiver Mensch, der fröhlich auf
andere zugeht." Tatsächlich, Domingo lacht oft, gerne und ansteckend, zeigt seine Freude,
"ich habe ein eigenes Akkordeon", strahlt er über eines von vielen Geschenken und ist
begeistert über eine Spende von 250 Kugelschreiber, die er "seinen" Kindern mitnehmen
möchte. Geschenke, rund 100 Kilo Gepäck hat er für die Rückkehr, ein
Kinderakkordeon, 20 Flöten der Firma Moeck, Saatgut vor allem für die Anlegung des
Schulgartens, ein Notebook, mit dem er künftig per email regen Kontakt zu seinen
zahlreichen deutschen Freunden halten kann, und vieles mehr.
Besonders froh ist er über das gelungene Benefizkonzert der Schreiberschen Musik-
schüler in Güterloh-Nordhorn. Hier erfuhren die Besucher auch, wie die Ubasen-School
die vielen Aids-Waisen mit Speisen versorgt. Maisbrei gibt es, täglich, immer Maisbrei.
Eine Kostprobe wurde nach Domingos Rezept angefertigt und verteilt und, wie nicht
anders zu erwarten war, schmeckte keinem so richtig. Mehr als 1.000 Euro kamen an
Spenden am Rande der Veranstaltung zusammen, am folgenden Sonntag stellte die
Nordhorner Kirchengemeinde das Ergebnis der Kollekte zusätzlich zur Verfügung. Ein
Kind verzischtete auf Geburtstagsgeschenke, wollte lieber Spenden für die Altersge-
nossen in Afrika.
Zacharias fliegt reich beschenkt zurück: "Ich danke den vielen Menschen, die so
freundlich zu mir waren, ich konnte nicht mal alle Einladungen annehmen", sagt er und
blickt nach vorne: "Mein neues Wissen wird meiner Schule, wird meinen Kindern und der
Gesellschaft im Armenviertel helfen. Gerade gemeinsam Musik zu machen ist immer gut.
Ich bin vielleicht ein Augenöffner für die Menschen in meiner Heimat." Ganz sicher wird
er das sein, denn: Im Sommer 2010 reist Zacharias Domingo wieder an. Dann mit einer
kleinen Gruppe aus seinem Ubasen-Schulchor, die er gründlich auf den Besuch in
Deutschland vorbereiten wird. Für 13 Mädchen und Jungen gilt es von Seiten Schreiber
jetzt Geld für die Flugkosten zu bekommen, sei es über Fördertöpfe, sei es durch
Spüenden. "Die Unterbringung privat in Familien wird sicher kein Problem sein." Ein
Ticket ist schon bezahlt, das übernimmt Kinderliedermacher Rolf Zuckowski, ein
Bekannter des Mastholter Ehepaares. Und Zacharias mit seinem ganz eigenen Humor
freut sich aufs kommende Jahr:"Dann komme ich mit meinen kleinen Blackies zu Euch, zu
den Whities."



oben:

Viele Geschenke und Spenden nimmt Zacharias
Domingo nach senem dreimonatigen Aufenthalt
in Mastholte zurück nach Omaruru, darunter
Flöten, dien Kinderakkordeon, Saatgut für den
Schulgarten und vieles mehr. Rund 100 Kilo
Gepäck kommen zusammen.







unten:
von links: Zacharias Domingo, Hannelore und
Udo Schreiber

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